

Die spätblühende Traubenkirsche darf nicht mit der bei uns beheimateten gemeinen Trauben-Kirsche ( Prunus padus) verwechselt werden.
Ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika stammend, wurde die spätblühende Traubenkirsche schon im Jahr 1623 nach Europa gebracht. Seit 1685 ist sie in Deutschland nachgewiesen. Ihre 4 bis 12 cm langen Blätter sind auf der Oberseite auffällig glänzend. Im Herbst verfärben sie sich Orange bis Rot. In ihrer Heimat wird sie bis zu 35 Meter hoch.
Die weißen Blüten kommen im Juni zum Vorschein und sind bei Insekten sehr beliebt. Aus den Blüten werden später dunkelrote bis schwarze Kirschen, welche in Trauben am Zweig hängen. Der Baumart wird häufig eine gewisse Giftigkeit nachgesagt, wobei tatsächlich nur die im Kern enthaltenen Samen giftig sind.
Die Traubenkirsche ist sehr vermehrungsfreudig. Durch ihre Fähigkeit zur Bildung von Wurzelsprossen kann sich sehr schnell ausbreiten. In vielen Gegenden gilt sie deshalb auch als invasive Baumart.
Angepflanzt als Forstgehölz gegen Ende des 18. Jahrhunderts, eroberte sie schnell unsere Wälder. Durch die unkontrollierte Verbreitung ist sie in vielen Regionen anzutreffen. Doch ihre Wuchsform ist in unseren Breiten eher strauch- als baumartig, weshalb sie die Erwartungen aus damaliger Zeit nicht erfüllen konnte.
Wenn die Bäume geastet wurden, kann das Holz als Furnierholz verwendet werden. Allgemein ist sie in Amerika für den Möbelbau sehr beliebt. Der strauchartige Baum wird in Europa aber auch als Brennholz verfeuert.

In Amerika wird das Fruchtfleisch der Kirschen zur Herstellung von Wein, Sirup, Mus und Gelee genutzt.
Quellenangabe:
Baumkunde.de https://www.baumkunde.de/Prunus_serotina/ , waldwissen.net https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/waldbau/wuh_prunus_serotina/index_DE